I.
Worte für besondere Momente.
Sprache, Geschichten und Menschen begleiten mich schon ziemlich lange. Hauptberuflich arbeite ich seit vielen Jahren in unterschiedlichen Funktionen der öffentlichen Verwaltung. Reden zu schreiben gehört ebenso dazu wie repräsentative Aufgaben – und eine Zeit lang war ich auch Eheschließungsbeamtin.
Die richtigen Worte für besondere Momente zu finden, gehört also schon länger zu meinem Leben. Dass daraus irgendwann freie Trauungen werden würden, hatte ich trotzdem nicht geplant. Bis einer meiner besten Freunde heiratete und mich fragte, ob ich die freie Trauung der beiden halten würde.
Dass sie mir ausgerechnet diesen Moment anvertrauen wollten, das Herzstück ihrer Hochzeit, hat mich tief berührt. Für mich war das ein großes Geschenk an Vertrauen und eine echte Ehre.
II.
Und dann kam diese eine Trauung …
Also habe ich angefangen, ihre Geschichte zu sammeln. Ich habe zugehört, nachgefragt, mit Menschen gesprochen, die die beiden schon lange begleiten – und all die kleinen Geschichten und Eigenheiten entdeckt, die sie nicht nur als Paar, sondern auch als Menschen ausmachen.
Daraus entstand ihre Traurede: persönlich, emotional, an manchen Stellen ziemlich lustig und vor allem ganz sie.
Und irgendwo zwischen Schreiben, Vorbereiten, kribbelnder Vorfreude und dem Moment, in dem ich mit meinem Manuskript vor den beiden stand, habe ich gemerkt: Genau das liegt mir.
Menschen wirklich kennenzulernen.
Zwischen den Zeilen zuzuhören.
Geschichten zu entdecken, die vielleicht noch nie jemand erzählt hat.
Und daraus Worte zu machen, in denen sich Menschen selbst wiedererkennen.
III.
Der kleine Schubs von außen.
Was danach kam, hatte ich so nicht erwartet. Vom Brautpaar, von Familie und Freunden kam so viel schönes Feedback, dass ich es kaum fassen konnte.
Sogar die Väter der beiden kamen auf mich zu. Ganz ehrlich erzählten sie mir, wie skeptisch sie zuerst gewesen waren, als sie hörten, dass „irgendeine Freundin“ die Traurede halten sollte. Und dann sagten sie, dass sie noch nie etwas so Schönes gehört hätten, und fragten mich, ob ich das hauptberuflich mache.
Und es gab die ersten Gäste, die mich noch am selben Tag fragten, ob man mich eigentlich auch buchen könne.
Vielleicht brauchte es genau diesen kleinen Schubs.
Aus einer Trauung für einen Freund wurde eine Idee, aus der Idee ein eigenes Angebot und der Wunsch, noch viel mehr solcher Geschichten erzählen zu dürfen. Deshalb stehe ich heute hier: als freie Rednerin. Und vielleicht ja bald auch bei euch.